Bundesregierung gewährt DFB und der UEFA Steuernachlässe

Bundesregierung gewährt DFB und der UEFA Steuernachlässe
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Die deutsche Bundesregierung hat dem DFB und der Europäischen Fußball-Union für die EM 2024 Steuer-Erleichterungen zugesagt, dies hat das Bundes-Finanzministerium diese Woche bestätigt.. Wie hoch die Steuernachlässe ausfallen ist jedoch unbekannt. Bei vielen Parteien und Politikern stoßen die Steuer-Erleichterungen auf Unverständnis.

Bereits unmittelbar nach der Vergabe der EM 2024 an Deutschland gab es erste Gerüchte, dass der DFB vor allem aufgrund seines „wirtschaftlichen Konzepts“ den Zuschlag für die EM-Endrunde erhalten hat. Die UEFA verdient faktisch mehr an einem Turnier in Deutschland als in der Türke, was primär auf die größeren Stadien zurück zu führen ist.

Seit dieser Woche gibt es nun ein weiteres Argument welches für Deutschland spricht, denn wie bekannt wurde, kommt sowohl der DFB als auch die UEFA für die EM 2024 in den Genuss von Steuernachlässen.

Steuer-Erleichterungen stoßen auf Kritik

In welchem Umfang und wie konkret die Steuer-Erleichterungen aussehen wollte das Bundes-Finanzministerium nicht kommentieren. Als Begründung für die Steuernachlässe äußerte sich die Bundesregierung wie folgt: „In besonderen Fällen können ganz oder zum Teil Steuern in einem Pauschbetrag festgesetzt werden wenn dies im besonderen öffentlichen Interesse liegt“. Die EM 2024 sei im öffentlichen Interesse und deswegen habe man sich bewusst dazu entschieden durch die Steuer-Erleichterungen den DFB mit seiner Bewerbung zu unterstützen.

Bei vielen Politikern stößt dieses Vorgehen der Bundesregierung auf Unverständnis. Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, äußerte sich wie folgt dazu: „Die UEFA ist ein Milliardenkonzern und wird einen Riesengewinn bei der EM einstreichen. Gerade bei einem Konzern wie der Europäischen Fußball-Union, der immer wieder wegen massiver Korruption in den Schlagzeilen steht, haben die Bürger haben ein Recht zu erfahren, wie viele Millionen schwer das Steuergeschenk der Bundesregierung an diesen Großkonzern ist.“

Die Steuernachlässe für die UEFA sind in der Tat rein objektiv nur schwer nachzuvollziehen. Allein bei der EM 2016 in Frankreich habe die UEFA 1,9 Milliarden Euro Umsatz und einen Gewinn von rund 800 Millionen Euro verbucht. Dennoch muss man an dieser Stelle auch erwähnen, dass ohne diese Steuer-Erleichterungen Deutschland unter Umständen nicht den Zuschlag erhalten hätte. Medienberichten zu Folge hat die Türkei der UEFA in ihrer Bewerbung sogar totale Steuerfreiheit zugesichert. Steuervergünstigungen bei größeren Sportveranstaltungen sind inzwischen fast zur Regel geworden.

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